Ja, ich bin schon davon ausgegangen, dass Kinder, deren Eltern einigermaßen gebildet sind, auch schon als Babys und Kleinkinder was vorgelesen bekommen.
Mein Sohn hatte die Ausdauer bzw. das Verständnis für ganze Romane wie Jim Knopf aber erst mit fünf Jahren (im Alter von neun Jahren zeigte ein Intelligenztest, dass er im Bereich Sprachverständnis ganz und gar nicht auf den Kopf gefallen ist-- deshalb gehe ich nicht davon aus, dass er damit besonders spät dran war).
Vorher waren es eher kurze Geschichten, die man auf einmal liest, wie z.B. Petterson und Findus (ich freu mich schon, die mit meiner Tochter wieder zu lesen!)
Mit ein bis zwei Jahren hatte er oft Lieblingsbücher, die ich ihm wochenlang mehrmals täglich vorlesen musste, bis es mir so richtig zum Hals raushing

. Ich hoffe, dass ich das Henriette-Bimmelbahn-Trauma mittlerweile überwunden habe...
Jetzt, mit zehn Jahren, besteht mein Sohn sich immer noch darauf, abends was vorgelesen zu bekommen, weil wir das schon immer so gemacht haben. Manchmal wechseln wir uns auch ab. Leider muss ich mich mittlerweile auch seinen Vorlieben beugen und Harry Potter lesen, was für mich keine schöne Literatur ist. Meine Tochter liegt dabei auf meinem Schoß und hört immer so fünf Minuten lang zu--bis sie einschläft.
