von Semmelweise » Do 11. Mär 2010, 15:18
die lehrmeinung in ö bezüglich transport nach blasensprung legt einen liegenden transport fest, woran auch die hebamme gestern nicht rütteln konnte. daran wird sich vermutlich auch nichts ändern, es werden allerdings erklärungen eingefügt, in welchem zusammenhang ein nabelschnurfall auftreten kann, damit die sanis sich nicht unnötig vor jeder schwangeren fürchten.
die wahrscheinlichkeit für einen nabelschnurvorfall liegt bei 0.3 bis 0.6%, also jede 3. bis 6. geburt in 1000 ist davon betroffen. unterm strich kommt er bei einer frau, die das erste oder zweite kind erwartet, so gut wie nie vor.
risikofaktoren sind: blasensprung vor der 36. woche, beckenendlage, ab der dritten schwangerschaft, eine vorzeitige blasensprengung.
das oben genannte risiko errechnet sich aus der gesamtheit der geburten, also inkl. vorkommender blasensprengungen und multipara. wie selten das ganze wirklich bei reifem kind in schädellage bei erst- und zweitgebärender ist, weiß ich nicht, da habe ich noch nie isolierte zahlen gefunden. es dürfte aber sehr sehr selten sein.
wird bei einer frau im kh festgestellt, dass der kopf noch hoch im becken steht, sollte sie aber auch nicht allzulange liegen, weil das die geburt verlängert und das risiko einer fehleinstellung erhöht. die frau soll schon sitzen dürfen, aber erst auf- und abrennen, wenn der kopf tiefer getreten ist. weil dieses vorgehen aber rundum-überwachung verlangt und die meisten kh nicht genug personal haben und die hebamme mal weg muss, werden die frauen einfach hingelegt.
lg,
kathrin
Die Kindheit ist jene Zeit im Leben, in der ein Nachmittag in einer Sekunde vergangen ist, und ein Augenblick der Faszination eine Ewigkeit dauern kann.